IPv6: Adressen

Die IP-Adressen bei IPv6 sind mit 128 Bit nicht nur deutlich länger als bei IPv4, sondern auch srukturierter aufgeteilt. Mit insgesamt ca. 3,4 * 10^38 möglichen IP-Adressen kann jeder Internetnutzer aureichend viele Systeme mit dem Internet verbinden. Jemand hat berechnet, daß pro m^2 Erdoberfläche 1500 Adressen zu Verfügung stehen.

Neben den bekannten Adresstypen Unicast und Multicast gibt es nun auch die sog. Anycast-Adresse. Mehrere Systeme können die gleiche Anycast-Adresse nutzen und sind somit für Nodes unter der gleichen Adresse erreichbar. Ein Paket an eine Anycast-Adresse wird nur an ein System geliefert (meist das nächstgelegene).

Die Adressen sind in RFC 4291 definiert.

Schreibweise

Die Adresse wird in acht Blöcke je 2 Bytes aufgeteilt und hexadezimal geschrieben:

Um die Schreibweise zu vereinfachen, darf man 0000-Blöcke mit einer 0 abkürzen und führende 0 weg lassen:

Und mehrere 0-Blöcke hintereinander ersetzen wir durch ein "::". Dies darf man aber nur einmal in einer Adresse machen:

Eine alternative Form erlaubt das Einbetten einer IPv4-Adresse:

Präfixe

Netze und Netzmasken werden nach der "/"-Methode geschrieben:

Folgende Präfixe sind bestimmen Adresstypen zugeordnet:

Anycast-Adressen stammen aus dem Unicast-Bereich und sind daher von diesen über die Adresse nicht unterscheidbar.

Es gibt sogar einen speziellen Prefix zur Benutzung in Dokumentationen (RFC 3849: 2001:db8::/32).

Unicast

Alle Unicast-Adressen, außer die mit dem Binärwert 000 beginnen, haben eine Interface-ID von 64 Bit, die aus einem modifizierten EUI-64 Format gebildet wird. Eine normale Adresse (Aggregable Global Unicast) ist wie folgt aufgebaut:

FP 001 (3 Bit) TLA (13 Bit) reserved (8 Bit) NLA (24 Bit) SLA (16 Bit) Interface ID (64 Bit)

Die Felder:

In der Praxis ist die TLA einer Registry, z.B. RIPE, zugeordnet. Die Registry verteilt die NLAs an ISPs, die wiederum die SLAs an ihre Kunden weiter verteilt.

IPv4-kompatible IPv6-Adresse

Dieser Adressraum ist wie folgt aufgebaut:

Die IPv4-kompatible IPv6-Adresse wurde für den Übergang von IPv4 zu IPv6 eingeführt. Mittlerweile wird ihre Verwendung allerdings nicht mehr empfohlen.

IPv4-abgebildete IPv6-Adresse

Dieser Typ baut die IPv4-Adresse ebenfalls ein:

Mehr Informationen dazu stehen im RFC-4038.

Link & Site Local

Link-Local sind Adressen für Interfaces in einem LAN-Segment. Router leiten Pakete mit Link-Local-Adressen nicht weiter! Diese Adressen werden für die Autokonfiguration genutzt. Das Format:

1111111010 0-en (54 Bit) Interface ID (64 Bit)

Und Site-Local umfasste eine ganze Lokation, z.B. ein Rechenzentrum. Ursprünglich sollten diese Adressen die privaten Netze aus IPv4 ersetzen. Inzwischen wurde dieser Adress-Bereich wieder zum Global Unicast. Als Ersatz gibt es nun Unique Local Unicast.

1111111011 Subnet ID (54 Bit) Interface ID (64 Bit)

Unique Local Unicast

Der Bereich Unique Local Unicast ist der offizielle Bereich zur lokalen, privaten Nutzung (definiert in RFC 4193):

FC00::/7 Prefix L (1 Bit) Global ID (40 Bit) Subnet ID (16 Bit) Interface ID (64 Bit)

Für lokal vergebene Adressen soll die Global ID eine zufällig generierte Zahl sein, damit die Wahrscheinlichkeit der Einmaligkeit sehr hoch ist. Werden mehrere Netze per VPN zusammengeschaltet, ist somit die Wahrscheinlichkeit von doppelten Adressen recht gering. Zu den global vergebenen Adressen gibt es noch nicht viel zu sagen. Wahrscheinlich wird eine Organisation gegeründet, die diese verwaltet.

Somit ergeben sich aus FC00::/7 zwei Teilbereiche:

In der Praxis wird der zweite Bereich eingesetzt. Natürlich soll er im Internet nicht geroutet werden (Filter auf den Edge-Routern setzen!).

Multicast

Der Aufbau einer Multicast-Adresse (mehr in RFC-3306):

11111111 Flags 0RPT(4 Bit) Scope (4 Bit) Group ID (112 Bit)

Wichtige Adressen:

Systemadressen

Ein System muß folgende Adressen haben:

Und ein Router muß zusätzlich folgende Adressen haben: