Unix: qpopper2
Der qpopper ist ein POP3-Server, der Usern ermöglicht ihre EMails mit einem EMail-Client bei dem Server abzuholen. Falls Sie eine ältere Version kleiner als 2.5x nutzen, sollten Sie schnellstens die v2.53 installieren. Die älteren Version haben einen Buffer-Overflow-Bug, welcher gerne von Hackern für Angriffe benutzt wird. Für mehr Sicherheit ist die aktuelle Versionsreihe v4 zu empfehlen.
Inhalt
Übersetzen
Wie immer auspacken, configure, make und fertig. Bei Systemen mit Shadow-Paßwort-Datei
./configure --enable-specialauth
Falls Sie den qpopper als stand alone Daemon laufen lassen möchten:
./configure --enable-specialauth --enable-servermode
Dies ist bei reinen POP3-Servern mit vielen EMail-Accounts sinnvoll. Noch weitere spezielle Features stehen in INSTALL (unbedingt lesen).
Installieren
Das Installieren ist auch einfach, nur das Binary qpopper z.B. nach /usr/local/sbin kopieren. Möchten Sie qpopper per inetd starten, ist er in /etc/inetd.conf einzutragen (natürlich auch mit TCP-Wrapper möglich):
pop3 tcp /usr/local/sbin/qpopper qpopper -s
Und in /etc/services den Dienst definieren:
pop3 110/tcp # Post Office
Bei manchen Distributionen sind die Einträge schon vorhanden. Für qpopper als standalone Daemon brauchen Sie nur ein Script fuer /etc/init.d zu schreiben und in den rc.* Verzeichnissen die entprechenden Links setzen.
Zum Testen:
telnet 127.0.0.1 110
Meldet sich der qpopper, ist alles ok.
APOP
Das APOP ist eine Erweiterung für verschlüsselte Paßwörter. Beim POP3-Protokoll werden Paßwörter unverschlüsselt übertragen und stellen damit ein Sicherheitsrisko da.
Übersetzen
Für APOP beim Übersetzen dem configure folgende zwei Optionen mitgeben:
./configure --enable-apop=/etc/pop.auth --with-popuid=pop
Die linke Option bestimmt den Pfad und Namen der Authentifizierungsdatei und die zweite Option gibt den Admin-User für APOP an. Ein eigener Systemuser bringt mehr Sicherheit. Nach dem Übersetzen haben Sie neben dem popper auch den popauth zur User- und Paßwortverwaltung.
Installieren
Die Installation läuft wie beim normalen popper ab, nur für popauth zusätzlich die Rechte auf den Adminuser setzen:
chown pop popauth chmod u+s popauth
Danach können Sie mit popauth Benutzer und Paßwörter verwalten.
Hinweis: Obwohl APOP ein seit Jahren bekanntes Protokoll ist, hat einer der größten Softwareentwickler es bis heute nicht geschafft, APOP in seine EMail-Clients zu integrieren. Sie wissen schon, wen ich meine :-) Aber die Email-Clients unterstützen SSL/TLS. qpopper mit openSSL ist dann die Lösung.

